Das Val da Camp ist ein Seitental des Valposchiavo. Es zweigt bei Sfazù von der Strasse über den Berninapass ab, und für Autos gilt dort ein Fahrverbot. Wir waren am 10. und 11. Oktober 2026 zu viert unterwegs, mit unseren Freunden Markus und Sabrina, und haben im Rifugio Saoseo übernachtet. Am ersten Tag sind wir auf dem Wanderweg durch den Wald zum Lagh da Saoseo gegangen, dann zur Alp Camp und zur Hütte. Am zweiten Tag ging es auf dem langen Weg zum Lagh da Val Viola, zurück zum Lagh da Saoseo und über die Alp Camp auf der Naturstrasse hinunter nach Sfazù. Die Wege sind laut Valposchiavo Turismo als Bergwanderweg signalisiert, weiss-rot-weiss und mit der Stufe T2. WegWandern beschreibt eine ähnliche Tour an einem Tag, von der Hütte über beide Seen und die Alp Camp hinunter nach Sfazù, mit 11.6 Kilometern, 457 Metern Aufstieg und 826 Metern Abstieg. Unsere zwei Tage sind länger, weil der Aufstieg von Sfazù dazukommt und wir vom Lagh da Val Viola noch einmal zum Lagh da Saoseo zurückgegangen sind. Laut unserem Track sind es am ersten Tag 6.8 Kilometer mit 510 Metern Aufstieg, am zweiten 10.7 Kilometer mit 370 Metern Aufstieg und 730 Metern Abstieg.
Anreise und Parkplatz in Sfazù
Sfazù liegt an der Berninastrasse zwischen Poschiavo und dem Berninapass. Wir sind mit dem Auto gekommen, um 8 Uhr in Schübelbach losgefahren, wo wir bei Markus und Sabrina übernachtet hatten, und waren um 11 Uhr in Sfazù. Dort haben wir geparkt. Ohne Auto fährt man laut dem Rifugio Saoseo mit der Rhätischen Bahn nach Pontresina oder Poschiavo und weiter mit dem Postauto nach Sfazù. Ins Tal hinein fährt ein Kleinbus bis Lungacqua und Alp Camp. Einen Platz muss man mindestens eine Stunde vor der Abfahrt reservieren. Im Winter fährt kein Postauto nach Sfazù.
Tag 1: Durch den Wald zum Lagh da Saoseo und zur Hütte
Statt der Naturstrasse sind wir den Wanderweg durch den Wald gegangen. Er beginnt beim Wegweiser in Sfazù, verlässt bald die Strasse und führt über Terzana durch Lärchen- und Arvenwald, viele Lärchen waren schon gelb. Bei einer Verzweigung geht ein Weg nach Lungacqua zur Hütte ab. Wir sind weiter zum See gegangen, laut Karte am Wegweiser Saoseo vorbei. Für den Tag war leichter Regen gemeldet, und unterwegs regnete es auch ein wenig. Als wir beim Lagh da Saoseo ankamen, hörte es auf. Der See liegt auf 2028 Metern im Wald, und das Wasser war fast spiegelglatt. Wir haben am Ufer gepicknickt.
Vom See führt ein kurzer Weg zur Alp Camp. Dort steht das Ristoro Alpe Campo auf 2065 Metern, ein Haus aus Stein und Kalk. Wir haben dort Möhl getrunken und Bündner Nusstorte gegessen. Von der Alp Camp sind es auf der Naturstrasse laut WegWandern rund zehn Minuten hinunter zum Rifugio Saoseo auf 1985 Metern. Laut der Hütte braucht man von Sfazù auf dem Wanderweg zwei Stunden bis zu ihr, auf der Naturstrasse eine Stunde und eine Viertelstunde.
Das Rifugio Saoseo ist eine Hütte der SAC-Sektion Bernina und von Anfang Juni bis Ende Oktober bewartet. Es hat 50 Schlafplätze in Mehrbettzimmern und im Matratzenlager. Das Nachtessen gibt es um 19 Uhr, ab 22 Uhr ist Nachtruhe, das letzte Frühstück um halb neun. Wir hatten ein Viererzimmer mit Strom. Vor dem Schlafen standen wir noch draussen unter dem Sternenhimmel. Lichtverschmutzung gibt es hier kaum.
Tag 2: Auf dem langen Weg zum Lagh da Val Viola
Um 7 Uhr gab es Frühstück. Von der Hütte sind es etwa 15 Minuten durch den Wald hinauf zum Lagh da Saoseo. Wir wollten zur goldenen Stunde dort sein, aber der See lag noch im Schatten der Berge und des Waldes, das Licht war eher blau.
Zum Lagh da Val Viola gibt es einen kürzeren und einen längeren Weg. Wir haben den längeren genommen und dafür anderthalb Stunden gebraucht. Er folgt zuerst dem Ufer des Lagh da Saoseo und steigt dann laut WegWandern steil durch einen Arven- und Lärchenwald voller Felsblöcke an. Weiter oben wird er flacher und führt durch ein Bergsturzgebiet mit Geröllhalden. Sein höchster Punkt liegt über dem Lagh da Val Viola, danach geht es kurz und steil hinunter zum See. Der Waldweg war gefroren, wir schätzten etwa minus ein Grad. Er führt wieder durch gelbe Lärchen und ist weiss-rot-weiss markiert.
Der Lagh da Val Viola liegt auf 2159 Metern. Laut Schweizer Wanderwege ist der Hang am Ostufer ziemlich steil und der Zugang zum Wasser dort nicht einfach. Zum Rasten empfehlen sie die grosse, flache Weide westlich des Sees. Bei uns war der See sehr ruhig, und die Lärchen und Berge spiegelten sich darin. Es war schon fast 11 Uhr, also haben wir dort gepicknickt.
Zurück über den Lagh da Saoseo und die Alp Camp nach Sfazù
Zurück zum Lagh da Saoseo zeigt die Karte einen kürzeren Weg. Welchen Weg wir zurück genommen haben, haben wir nicht festgehalten. Am Lagh da Saoseo sind wir baden gegangen. Danach sind wir noch einmal zur Alp Camp gegangen, wo wir wieder Bündner Nusstorte gegessen haben, dazu Aprikosenwähe.
Von der Alp Camp führt die Naturstrasse an Lungacqua mit der Hütte vorbei hinunter nach Sfazù. Laut Valposchiavo Turismo dürfen die Bewohner des Val da Camp sie mit dem Auto befahren. Auch der Kleinbus fährt auf ihr. Unsere Zeit für diesen Abstieg haben wir nicht festgehalten.