Das Brienzer Rothorn ist der höchste Berg des Kantons Luzern. Von Sörenberg fährt eine Gondel hinauf, man kann aber auch zu Fuss gehen. Wir sind im August 2026 von der Talstation über den Eisee zum Gipfel gestiegen, haben unterwegs im See gebadet und sind mit der Gondel wieder hinuntergefahren. Am frühen Abend waren wir zu Hause, die Tour passt gut in einen Tag. Die Biosphäre Entlebuch beschreibt denselben Weg in der Gegenrichtung, vom Gipfel hinunter nach Sörenberg, und nennt 6.3 Kilometer und 1090 Höhenmeter im Abstieg. Die Schwierigkeit gibt sie mit mittel an. Gut die Hälfte der Strecke ist laut ihr Pfad, der Rest Weg und ein Zehntel Strasse.
Parken und hinauf zum Eisee
Wir parken auf dem Parkplatz an der Talstation der Rothornbahn in Sörenberg. Laut Sörenberg Tourismus ist er kostenpflichtig, bezahlt wird bar oder mit Twint. Über Nacht darf man dort nicht stehen, ausser als Gast im Berghaus Eisee oder auf Rothorn Kulm. Ohne Auto fährt man laut der Biosphäre Entlebuch mit dem Zug nach Schüpfheim und weiter mit dem Postauto nach Sörenberg.
Der Weg beginnt direkt hinter dem Parkplatz beim Wegweiser Schönenboden und führt aus dem Dorf hinaus. Zuerst zieht er in langen Kehren den Hang hinauf. Schon nach wenigen Minuten liegt Sörenberg klein unter uns. Über den Weiden stehen einzelne Tannen, vor uns liegen die Gipfel im Morgendunst. Weiter oben wird der Weg schmaler und steiniger.

Auf halber Höhe treffen wir die ersten Kühe. Eine braune Kuh mit einer schweren Glocke steht mitten im Geröll auf dem Weg und macht keinen Platz, eine zweite liegt daneben im Gras. Wir gehen in einem Bogen um sie herum. Eine ganze Weile hören wir danach nur die Glocken und unsere Schuhe auf den losen Steinen.

Am Eisee
Dann öffnet sich eine Mulde, und wir stehen über dem Eisee. Von oben sieht er aus wie zwei Seen, die an einer schmalen Landzunge zusammenkommen. Das eine Becken ist dunkel, das andere hat einen sandhellen Rand, und ringsum steigt heller Schutt zu den Felsen hinauf. Der Weg führt hinunter ans Ufer, dort steht eine kleine Hütte. Als wir unten ankamen, lag das Wasser so still, dass sich der ganze Kessel darin spiegelte, samt Berg, Hütte und den ersten Wolken.
Wir haben im Eisee gebadet. Das Wasser ist kalt, wie man es von einem Bergsee auf dieser Höhe erwartet, und die ersten Meter kosten Überwindung. Danach ist es herrlich. Nach dem Anziehen haben wir kurz gefroren und sind dann weitergegangen. Wer baden will, packt ein Tuch ein.
Zum Gipfel und mit der Gondel zurück
Der zweite Teil des Aufstiegs ist steiler. Hinter dem See führt der Weg zum Eiseesattel. Von dort ist er ein weiss-rot-weiss markierter Bergweg und zieht in Kehren die Flanke hinauf. Der Schutt wird gröber, bis man oben auf dem Brienzer Rothorn steht. Der Gipfel liegt laut OpenStreetMap auf 2348 Metern.
Von oben fällt der Blick weit hinunter auf den Brienzersee. Bei uns lag er in einem Türkis, das kaum echt wirkte, vom hellen Grün an der Kante bis ins tiefe Blau in der Mitte, und am Ufer reihten sich die Dörfer. Wir sind eine ganze Weile stehen geblieben und haben einfach hinuntergeschaut. Lange blieb es nicht so. Von Westen schoben sich Wolken über den Grat, der See verlor seine Farbe, und es wurde deutlich kühler.

Auf dem Gipfel gibt es ein Café. Wir haben dort ein Glace und einen hausgemachten Eistee genommen, während draussen der Dunst nach und nach die Aussicht zumachte. Für den Rückweg nehmen wir die Gondel. Sie bringt uns in wenigen Minuten hinunter nach Sörenberg und zurück zum Auto. Wer zu Fuss absteigen will, geht denselben Weg zurück, so wie ihn die Biosphäre Entlebuch beschreibt.
Laut Pärke Schweiz ist die Tour von Juni bis Oktober möglich, die Biosphäre Entlebuch nennt sie ganzjährig begehbar, je nach Wetter. Wir waren Mitte August unterwegs.