Zwischen Bergün und Preda steigt die Albulabahn von 1373 auf 1789 Meter. Der Bahn entlang führt dort die erste Etappe des Bahnerlebniswegs Albula. Laut RhB führt er in drei Etappen vom Albulatunnel bis zum Landwasserviadukt, mit Infostelen zu Technik, Kultur und den Menschen im Albulatal. Für Etappe 1 von Preda nach Bergün nennt die RhB 7.0 Kilometer und 2 h 15 min bis 2 h 45 min reine Gehzeit, Bergün Filisur Tourismus 7.1 Kilometer. Nicolas ist sie am 17. Oktober 2026 mit seinem Freund Julian in der Gegenrichtung gegangen, bergauf von Bergün nach Preda, und von dort weiter zum Lai da Palpuogna. Hin und zurück geht es mit dem Zug.
Von Bergün dem Vitaparcours und der Bahn entlang
Wir kommen um 11:12 Uhr mit dem Zug aus Chur in Bergün an. Vom Bahnhof gehen wir durchs Dorf bis zum Wegweiser «Bergün / Bravuogn», auf dem laut OpenStreetMap unter anderem «Naz-Preda 2 h» steht. Am Dorfausgang Richtung Preda beginnt beim Schiessstand der Vitaparcours. Laut Graubünden Ferien hat er 2.6 Kilometer und 15 Posten für Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer. Der Bahnerlebnisweg folgt ihm ein Stück, am Campingplatz vorbei und am Bach entlang. An den Ringen machen wir Klimmzüge, am Barren aus Holz Trizeps-Dips.
Zwischen dem Schiessstand und dem Campingplatz führen zwei Wege parallel talaufwärts. Die Karte zeigt den westlichen, die Tour von Bergün Filisur Tourismus nimmt den östlichen. Welchen wir genommen haben, haben wir nicht festgehalten.
Danach geht es der Bahn entlang durch Lärchen und Fichten. Damit die Steigung nie über 35 Promille kommt, windet sich die Strecke laut Wikipedia zwischen Bergün und Preda durch zwei Kehrtunnels und drei Kreiskehrtunnels und überquert die Albula auf vier Viadukten. Unser Weg führt laut Bergün Filisur Tourismus an zwei Feuerstellen vorbei und unter einem Viadukt hindurch. Auf einem Stück wird er schmal und steiler, mit Wurzeln und Treppenstufen, dort sind laut derselben Beschreibung gutes Schuhwerk und Trittsicherheit empfehlenswert. Kurz nach halb eins fährt ein roter Zug über das niedrige Albulaviadukt I, unter dessen Bogen die Strasse hindurchführt. Weiter oben rauscht neben dem Pfad der Bach zwischen gelben Lärchen, und eine knappe Stunde später sehen wir einen Zug über das Albulaviadukt IV hoch über der Schlucht fahren.
Über Naz und Preda zum See
Beim Weiler Naz verläuft die Bahn laut Wikipedia auf einer kurzen Hochebene, dort steht auch eine Tafel des Bahnerlebniswegs. Unterhalb von Preda fliesst ein Bach durch eine Ebene mit trockenem Gras, und über dem Wald stehen links die Pyramide des Piz da las Blais und rechts der Dschimels mit seinem doppelten Gipfel. Danach geht es durch den Wald nach Preda auf 1789 Metern, wo die Bahn im Albulatunnel verschwindet.

Den Weg zum See beschreibt Graubünden Ferien als leichte Kurzwanderung von 1.7 Kilometern mit 142 Höhenmetern. Er beginnt beim Bahnhof Preda nach der Unterführung und führt in etwa 40 Minuten durch den Wald hinauf. Auf der Karte trifft unsere Linie schon vor dem Bahnhof auf ihn.
Kurz vor halb drei stehen wir am Nordwestende des Lai da Palpuogna, auf 1918 Metern. Bis hierher haben wir ab Bergün mit dem Vitaparcours und den vielen Fotos gut drei Stunden gebraucht. Bis auf das Südostende liegt der See um diese Zeit schon im Schatten des Piz Palpuogna, und im stillen Wasser spiegeln sich die gelben Lärchen und die Gipfel. Laut Graubünden Ferien ist er aus Sicherheitsgründen kein Badesee. Rund um den See gibt es Picknickplätze mit Feuerstellen.

Zur Alp Weissenstein bei Crap Alv
Bis zum Zug bleiben uns zwei Stunden. Wir hängen eine Schlaufe an und gehen vom See weiter talaufwärts bis Crap Alv, wo die Strasse zum Albulapass die Albula überquert. Östlich des Sees führt der Wanderweg der Albula entlang, und wir kommen an einer Riedwiese mit goldenem Gras vorbei.

Bei Crap Alv steht auf 2026 Metern die Alp Weissenstein. Laut Wikipedia ist sie eine Forschungsstation des Departements für Agrar- und Lebensmittelwissenschaften der ETH Zürich, erforscht werden dort die hochalpine Milchkuh- und Schafhaltung und die montane Vegetation. Auf dem Wegweiser stehen laut OpenStreetMap 25 Minuten zum Lai da Palpuogna und 40 Minuten bis Preda. Auf der Strassenbrücke über die Albula kehren wir um.
Über den Wiesenweg zurück nach Preda
Zurück nehmen wir einen Wiesenweg oberhalb der Passstrasse. Ab der Strasse bei Crap Alv steigt er noch knapp 20 Meter an, auf gut 2040 Meter, den höchsten Punkt der Wanderung. In OpenStreetMap ist er nur auf seinen ersten gut 600 Metern eingetragen und endet dort mitten in der Wiese. Von dort führt ein Pfad quer über die Wiese bis zum Parkplatz beim Nordwestende des Sees, und dem folgen wir. Bis zum Wald ist er auf dem Luftbild von swisstopo grösstenteils zu sehen, das Stück unten an der Wiese steht auch auf der Landeskarte. Danach haben wir ihn für die Karte nachgezeichnet: Er führt am oberen Rand der Wiese weiter, dann schräg hinunter durch eine Lücke zwischen den Bäumen und unten an der Wiese entlang bis zum Wald. Im Wald oberhalb der Strasse ist er auf dem Luftbild nicht zu erkennen, dort zeigt die Karte den Weg zum Parkplatz nur ungefähr. Vom Ende des Wiesenwegs bis zum Parkplatz sind es rund 900 Meter. Beim Parkplatz kommen wir wieder auf den Wanderweg und gehen auf ihm hinunter nach Preda. Mit der Schlaufe sind es vom See bis zum Bahnhof knapp fünf Kilometer statt 1.7 auf dem direkten Weg.
Kurz nach vier sind wir am Bahnhof Preda. Hinter dem Bahnhofsgebäude aus Holz führen zwei Portale in den Berg. Laut RhB wurde der neue Albulatunnel im Juni 2024 eröffnet, der alte von 1903 wird bis 2026 zum Sicherheitstunnel umgebaut. Um 16:29 Uhr fahren wir mit dem Zug nach Chur.
