Heute ist der letzte Tag unserer Reise auf die Lofoten und Vesterålen. Um 5:30 Uhr stehen wir auf. Wir machen uns bereit, und Nicolas isst noch das letzte knekkebrød med jordbærsyltetøy (Knäckebrot mit Erdbeerkonfitüre).
Punkt 6 Uhr fahren wir los. Kurz sind wir unsicher, ob wir es rechtzeitig zum Flughafen schaffen: Google Maps meldet, eine Strasse auf unserer Route sei gesperrt, und schickt uns auf eine Fähre. Die fährt aber erst um 9 Uhr, und damit würden wir unseren Flug wohl knapp verpassen. Also schauen wir in Apple Maps, und dort ist die Strasse offen. Tatsächlich ist sie das auch.
Unterwegs essen wir eine Zimtschnecke, Pekannussgebäck und Berliner. Die Zimtschnecke ist kein Zufall, denn heute ist der Tag der Zimtschnecke, und an diesem Tag gehört für Nicolas traditionell eine dazu.
In Schweden heisst der Tag Kanelbullens dag. Ausgedacht hat ihn sich 1999 Kaeth Gardestedt vom Hembakningsrådet, einem Verband, der das Backen zu Hause fördert und damit auch den Verkauf von Mehl, Hefe und Margarine. Sie wollte den 4. Oktober zu «omtankens dag» machen, zum Tag der Fürsorge. 2016 berichtete das schwedische Fernsehen SVT, wie sie am Morgen des 4. Oktober Säckchen mit frischen Zimtschnecken an die Türklinken ihrer Nachbarn in Malmö hängte. In Finnland feiert man den Tag seit 2006 als korvapuustipäivä. Korvapuusti heisst wörtlich Ohrfeige, das Wort kommt vom schwedischen «örfil».
In Norwegen heisst die Zimtschnecke kanelbolle, kanelsnurr oder kanelknute. In Bergen ist es die skillingsbolle. Sie gilt dort als Nationalgebäck, reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück und hat ihren Namen davon, dass sie einmal einen Skilling kostete. 2019 assen laut einer Umfrage 55 Prozent der Schwedinnen und Schweden am Tag der Zimtschnecke mindestens eine. In den Teig der schwedischen Zimtschnecke kommt oft Kardamom, obendrauf meist Hagelzucker. Der Zimt darin ist fast immer Kassia-Zimt, nicht Ceylon-Zimt.
Kurz vor 9 Uhr sind wir in Evenes. Am Tesla Supercharger beim Flughafen laden wir unseren Ford noch auf 81 Prozent. Bei Sixt müssen wir ihn mit mehr als 75 oder mehr als 80 Prozent zurückgeben, so genau wissen wir es nicht mehr. Deshalb gehen wir auf Nummer sicher.
Der Flughafen Evenes ist winzig, Koffer abgeben und Sicherheitskontrolle gehen ruckzuck. Eröffnet hat ihn Kronprinz Harald am 30. Juni 1973, damals mit einer Piste von nur 1600 Metern. Heute teilt sich der Flughafen die Piste mit der norwegischen Luftwaffe: Seit dem 6. Januar 2022 stehen in Evenes F-35-Kampfjets für die NATO in Alarmbereitschaft, und die Seefernaufklärer P-8 Poseidon haben hier ihren Stützpunkt.
Bis zum Abflug bleibt uns noch eine gute Stunde, und die nutzen wir: Annina schneidet ein Reisevideo, Nicolas arbeitet am Blog. Die Norwegian-Maschine auf dem Titelbild ist unsere. Beim Blick aus dem Fenster sehen wir, dass es in Evenes regnet. Planmässig um 11:05 Uhr geht unser Flug Richtung Oslo, und über den Wolken scheint dann die Sonne.
In Oslo haben wir ein paar Stunden Aufenthalt, denn unser Flug nach Basel startet erst um 15:55 Uhr. Wir essen in der Trattoria Tavolare zu Mittag. Von unserem Tisch sehen wir hinunter auf die Leute im Stockwerk unter uns. Nicolas bestellt eine Pizza Margherita, Annina Pasta funghi. Die Pizza bekommt von Nicolas eine 3 von 10 und ist damit nur knapp besser als eine Tiefkühlpizza.
Dann geht unser Flug nach Basel, und damit sind unsere Ferien in Norwegen leider offiziell vorbei. Annina liest im Flugzeug.
Am Abend landen wir in Basel. In 16 Tagen sind wir von Bodø über die Lofoten bis nach Andøya und Bø gekommen. Die Wanderungen dieser Reise haben wir jeweils als eigene Wegbeschreibung aufgeschrieben: Kvalvika Beach, Offersøykammen, Reinebringen, Måtind, Bufjellet über Sandvika, Skårvågsfjellet, den Kyststien von Straumsjøen zum Leuchtturm bei Vikan und Vetten. Bis zum nächsten Mal, liebes Norwegen!
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