Der Skårvågsfjellet ist ein 403 Meter hoher Berg in der Gemeinde Bø auf Langøya in den Vesterålen. Ein Tourenvorschlag auf dem norwegischen Portal ut.no zählt ihn zu den schönsten und am leichtesten begehbaren Bergen von Bø. Wir sind ihn am 1. Oktober 2026 hinaufgestiegen, nach dem Bufjellet über Sandvika war es unsere zweite Wanderung an diesem Tag. Vom Gipfel sieht man über unzählige kleine Inseln bis zur spitzen Gaukværøya und dahinter zu den Bergen der Lofoten. Hin und zurück geht man auf demselben Weg, laut ut.no sind es zusammen 4.6 km.
Parken und Einstieg
Wir parken an der Strasse nach Skårvågen, bei der Einfahrt gleich nach der Bucht Krumsvågen. Diesen Platz empfiehlt der Tourenvorschlag auf ut.no. Laut seiner Beschreibung biegt man beim Kreisel in Straume nach rechts ab und folgt den Schildern nach Skårvågen und Søberg. Nach etwa 2 km hält man sich rechts Richtung Skårvågen, nach weiteren 500 m steht rechts ein Haus. Man kann beim Haus zu Fuss hinaufgehen oder noch 100 m um den Hügel fahren, bis zu einem alten Seitenweg, an dem man gut parken kann. Der Weg beginnt dort fast auf Meereshöhe.
Der Aufstieg
Am Anfang ist der Weg sehr matschig. Er führt über ein paar Holzstege durch ein Moor, laut ut.no hinter dem Rambergfjellet hinauf. Danach folgt das steilste Stück, laut dem Tourenvorschlag etwa 100 Höhenmeter. Dann geht es über den Grat und alte Torfmoore weiter, bis man auf der anderen Seite das Meer sieht. An einer Gabelung geht es links zum Gipfel, rechts auf den Tverrfjellet. Das letzte Stück ist steinig. Der Tourenvorschlag nennt es eine Mondlandschaft und rät, sich dort rechts am Rand zu halten. Laut ut.no liegt 50 m vor dem Gipfel die Felsformation Dørhollet.
Schon beim Hochlaufen haben wir sehr schöne Aussichten. Nach rund 400 Höhenmetern und eineinhalb Stunden stehen wir auf dem Gipfel. Es ist warm und windstill, und wir sind im T-Shirt hochgelaufen, Anfang Oktober in Nordnorwegen.
Oben und wieder hinunter
Auf dem Gipfelschild steht «Skårvågsfjellet 403 moh.», darunter hängt ein roter Kasten mit dem Code T124. Mit diesem Code oder per GPS registriert man in der App «Stikk UT!» seinen Besuch. Wir sind ganz allein hier oben. Weil es so ruhig ist, lässt Nicolas die Drohne steigen und macht ein paar Fotos und Videos von uns auf dem Gipfel. Die Sonne steht schon tief und zieht einen hellen Streifen über das Meer.
Von oben hat man Rundumsicht auf Inseln, Berge und Fjorde, und die Sicht reicht weit. Unter uns liegen unzählige kleine Inseln, eine davon hat die Form eines Herzens. Gut neun Kilometer südsüdwestlich liegt die spitze Insel Gaukværøya, dahinter reihen sich am Horizont die Berge der Lofoten. Gaukværøya ist heute unbewohnt. Um 1910 wohnten dort etwa 130 Menschen, die vom Fischfang lebten. Als die Fischer grössere Motorboote bekamen, fehlte der Insel ein richtiger Hafen, und es gab weder Strasse noch Strom. Auf Langøya hatten die Häuser inzwischen Strom, fliessendes Wasser und Telefon, und ab 1946 zogen immer mehr Familien dorthin. Der Staat unterstützte den Umzug der Familien von Gaukværøya und der Nachbarinsel Litløya mit 125’000 Kronen. 1953 rissen die letzten drei Familien ihre Häuser ab und brachten sie nach Langøya. Heute stehen auf der Insel nur noch Grundmauern und Steinkais.
Hinunter geht es auf demselben Weg. Wir steigen im Licht der untergehenden Sonne ab. Vor uns liegt der spitze Gullstabben, der höchste Punkt der Halbinsel bei Søberg, und darunter die Bucht Krumsvågen. Wir kommen gerade unten beim Auto an, als die Sonne um 18:26 Uhr im Meer verschwindet. Wie lange wir für den Abstieg gebraucht haben, haben wir nicht festgehalten. Der Tourenvorschlag auf ut.no rechnet für hin und zurück mit zweieinhalb Stunden.