Der Riisitunturi ist ein 465 Meter hoher Hügel im gleichnamigen Nationalpark bei Posio in Lappland. Im Winter liegt auf seinen Fichten so viel Schnee, dass sie wie Figuren in der Landschaft stehen. Wir waren im Februar 2024 an zwei Nachmittagen hintereinander dort, beide Male bei rund -25 °C. Am ersten Tag sind wir kurz vor dem Sonnenuntergang durchgefroren umgekehrt, am zweiten sind wir zur Dämmerung hinaufgeeilt.
Der markierte Weg auf den Gipfel ist die Rundwanderung Riisin rääpäsy von Metsähallitus, das die Nationalparks in Finnland verwaltet. Laut Metsähallitus ist sie 4.5 km lang, mit grünen Holzpfosten markiert und im Uhrzeigersinn empfohlen. Andere Angaben, auch die Schneeschuhseite des Parks und unser Beitrag, nennen 4.3 km. Metsähallitus stuft die Runde als mittel ein und rechnet mit 2 bis 3 Stunden, in unserem Beitrag haben wir sie leicht genannt. Ob wir die ganze Runde gegangen sind, haben wir nicht festgehalten.
Anfahrt und Parkplatz
Wir sind beide Male nach dem Mittagessen in unserer Unterkunft losgefahren, die Heimfahrt dauerte am zweiten Tag 45 Minuten. Die Zufahrt zweigt bei der Adresse Patoniementie 180 in Posio ab. Von dort führt eine schmale, einspurige Schotterstrasse rund 3 km zum Parkplatz. Sie wird im Winter geräumt, bei uns lag trotzdem Schnee darauf. Unser Auto hatte Spikes und hielt damit auch auf dem Eis. Am zweiten Tag kamen wir unterwegs an einem Unfall vorbei: Auf der schneebedeckten Fahrbahn waren zwei Autos frontal zusammengestossen. Verletzt wurde zum Glück niemand ernsthaft, danach sind wir deutlich vorsichtiger gefahren.
Der Parkplatz am Rand des Nationalparks ist gross, er hat Platz für rund 200 Autos. Von dort starten mehrere Routen, wir sind beide Male Richtung Riisitunturi gegangen. Am Startpunkt stehen eine Infotafel zum Nationalpark und ein rollstuhlgängiges Trockenklo. Seit dem 1. September 2026 läuft hier bis im Frühling 2027 ein Versuch mit Parkgebühren. Von 9 bis 18 Uhr kostet das Parken nach den ersten 30 Minuten 1 € pro Stunde, höchstens 5 € pro Tag, dazu kommt eine Servicegebühr. Bezahlt wird mit der App EasyPark. Bei unseren Besuchen 2024 gab es diesen Versuch noch nicht.
Hinauf auf den Riisitunturi
Vom Startpunkt sind es laut Metsähallitus 1.7 km bis zum Gipfel, auf einem recht breiten Schotterweg mit einigen Stegen, Wurzeln und Steinen. Er steigt meist an, aber nicht allzu steil, auf diesen 1.7 km um 105 Höhenmeter. Das Höhenprofil unserer Karte beruht auf einem groben Höhenmodell (EU-DEM) und zeigt den Gipfel gut zehn Meter zu tief. Im Winter ist die Runde meist offen, wird aber nicht unterhalten. Laut Metsähallitus eignet sie sich gut für Schneeschuhe, ist aber nicht eigens als Schneeschuhroute markiert. Meist ist der Weg festgetreten, auf den offenen Hängen kann der Wind ihn aber schnell zuwehen, und nach starkem Schneefall braucht es Schneeschuhe.
Am ersten Nachmittag führte uns der Weg zuerst durch Wald. Es lag der feinste Pulverschnee, den wir je gesehen haben, und er deckte die Bäume vollständig zu. Bei etwas weniger als -25 °C spürten wir die Kälte schon nach kurzer Zeit im Gesicht, an den Händen und an den Füssen.
Weiter oben öffnet sich der Wald zu einer Hochebene, auf der die verschneiten Bäume einzeln und in Gruppen stehen. Wir fotografierten in alle Richtungen, bis die Sonne tief über der Ebene stand. Weil wir richtig durchgefroren waren, kehrten wir kurz vor dem Sonnenuntergang um.
Am zweiten Tag war es wolkiger und nebliger. Als wir um 15:40 Uhr auf dem Parkplatz ankamen, war von der untergehenden Sonne kaum etwas zu sehen. Wir sind sofort losgegangen und haben uns bis oben beeilt, wo wir ausser Atem ankamen. Dort färbte die im Nebel untergehende Sonne den Himmel und den Schnee rosa. Es war wieder -25 °C, und unsere Wimpern froren ein. Für Hände und Füsse hatten wir diesmal Wärmepads gekauft, die gut wärmten.
Ikkunalampi und zurück über die Hütte
Vom Gipfel sieht man laut Metsähallitus nach Osten über den See Kitkajärvi bis zu den Hügeln von Kuusamo und nach Westen über den Nationalpark. Oben trennen sich die Wege der Runden Rääpäsy und Rietas. Die Rääpäsy führt nach rechts 600 m und 30 Höhenmeter hinunter zum kleinen See Ikkunalampi, mit einer Bank am Ufer und Stegen am Wasser. Nach weiteren 200 m trifft sie wieder auf die Rietas, dort geht es nach rechts 200 m zur offenen Wildnishütte Riisitunturi. Dort gibt es ein Trockenklo, einen Holzschuppen und eine Feuerstelle. Von der Hütte sind es noch 1.6 km, meist bergab, zurück zum Parkplatz.
Welchen Weg wir an unseren beiden Nachmittagen hinunter genommen haben, steht in unseren Beiträgen nicht. Beide Male sind wir danach direkt zurück zur Unterkunft gefahren und haben uns zuerst in der Sauna aufgewärmt.