Die alte Mühle Myllykoski steht am Ufer des Kitkajoki im Oulanka Nationalpark nördlich von Kuusamo. Laut Metsähallitus, das die Nationalparks in Finnland verwaltet, ist der Blick auf sie vielleicht die meistfotografierte Landschaft des Landes. Wir waren am 5. Februar 2024 dort, es lag neuer Pulverschnee. Der Weg zur Mühle ist der Anfang des Pieni Karhunkierros, der kleinen Bärenrunde. Laut Metsähallitus ist die ganze Runde 11.8 km lang, braucht 3 bis 5 Stunden und gilt wegen ihrer Länge und der Höhenunterschiede als anspruchsvoll. Dazu kommen mehrere Holztreppen, stellenweise lang und steil. Die ersten 1.5 km bis Myllykoski geht man hin und zurück auf demselben Weg, erst dort beginnt die eigentliche Runde. Wir sind nur bis zur Mühle und ein kurzes Stück weiter gegangen. Karte und Track zeigen deshalb Hin- und Rückweg vom Parkplatz Juuma zur Mühle.
Vom Parkplatz zur Mühle
Die Fahrt zum Nationalpark führte über tief verschneite Strassen. Immer wieder fragten wir uns, ob die Spikes an den Reifen wirklich genügen. Sie hielten, und wir kamen sicher an. Dort mussten wir zuerst einen Parkplatz finden. Wir fanden einen guten in der Nähe eines Cafés und fragten gleich die freundliche Angestellte, wo wir am besten hinlaufen sollten. Sie gab uns Tipps zur Route und meinte, es sollte ohne Schneeschuhe gehen. Bei Bedarf hätten wir bei ihr auch Schneeschuhe mieten können.
Welcher Parkplatz das war, haben wir nicht festgehalten. Der offizielle Startpunkt des Pieni Karhunkierros ist der grosse Parkplatz Juuma an der Juumantie, dort beginnen auch Karte und Track. Laut In the Woods, Dear ist er gratis. Der Versuch mit Parkgebühren, den Metsähallitus seit dem 1. September 2026 in fünf Gebieten macht, betrifft Juuma nicht. Laut All About Lapland kann man auch beim Basecamp Oulanka starten, das näher an der Mühle liegt.
Laut Metsähallitus beginnt der Weg unter einem Holztor am Rand des Parkplatzes und ist grün markiert. Teilweise verläuft er auf dem orange markierten Karhunkierros, an Kreuzungen muss man deshalb auf die Farbe achten. Nach 350 m kommt die erste Hängebrücke, Niskakoski, mit steilen Treppen hinunter und wieder hinauf. Danach führt ein einfacher Weg am Hotel-Restaurant Basecamp Oulanka vorbei nach Myllykoski. Metsähallitus nennt vom Start bis Myllykoski 1.5 km. Im Track sind es ab dem Parkplatz 1.65 km, hin und zurück 3.3 km mit 56 Höhenmetern Aufstieg. Laut All About Lapland braucht man vom Parkplatz Juuma zu Fuss etwa 20 Minuten bis zur Mühle. Unsere eigene Gehzeit haben wir nicht festgehalten.
Wir sind mit unseren normalen Schuhen gegangen, und bis zur Mühle war das auf dem neuen Pulverschnee gut machbar. Überall lag Pulverschnee, und der Fluss zog sich durch die Landschaft, die er selbst geformt hat.
An der Mühle und zurück
Am Flussufer steht die alte Mühle Myllykoski. Laut Wikipedia haben Bewohner der Dörfer Juuma und Säkkilä sie 1926 gebaut. Gemahlen wurde vor allem Gerste, manchmal Roggen, zum letzten Mal 1947/48. Die Stromschnelle hat ihren Namen von der Mühle. Laut Metsähallitus gibt es dort heute eine Tageshütte, eine Feuerstelle und ein Trockenklo. Eine Hängebrücke führt über den Kitkajoki. Bei uns war der Fluss ziemlich vereist und verschneit, die Stromschnelle lag zwischen Schneewächten.
Eigentlich wollten wir noch weiter zu einem vereisten Wasserfall. Kurz darauf merkten wir, dass der Weg über sehr viele vereiste Treppenstufen führt, die ohne Schneeschuhe und Steigeisen kaum zugänglich sind. Wir hatten beides nicht dabei und kehrten um. Wie weit wir nach der Mühle noch gekommen sind, haben wir nicht festgehalten, deshalb endet der Track an der Mühle. Den Namen des Wasserfalls nennt unser Beitrag nicht. Laut Metsähallitus liegt an diesem Weg 1.6 km nach Myllykoski der Jyrävä, wo der Kitkajoki auf wenigen Metern 9 m fällt. Steile Treppen gibt es gleich nach Myllykoski und wieder vor dem Jyrävä.
Im Winter bleibt der Weg laut Metsähallitus meist offen, weil Schneeschuhläufer ihn benutzen. Empfohlen sind Spikes für die Schuhe, je nach Schnee braucht es Schneeschuhe. Laut In the Woods, Dear wird der Weg im Winter nicht unterhalten und ist oft, aber nicht immer festgetreten. Die Treppen bei Myllykoski waren dort in gutem Zustand, die Richtung Jyrävä nicht. Auch All About Lapland schreibt, dass die vielen Treppen im Winter ziemlich rutschig werden können.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz begleitete uns die untergehende Sonne, und ihr Licht fiel auf den fallenden Schnee. Wir blieben stehen und machten einige Fotos, bevor wir mit dem Auto zurück zu unserer Unterkunft fuhren.