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PIXELS & TRAVELS

Reisen · 28. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Leuchtturm und Walmuseum in Andenes

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Ab dem Nachmittag ist Sturm mit gelber Warnstufe gemeldet, also erledigen wir alles am Morgen. Auf dem Weg nach Andenes halten wir am Strand von Bleik und staunen über den Andøya Spaceport und die Messstationen. Beim Leuchtturm finden wir Whale2Sea, dürfen gratis ins Walmuseum und buchen am Abend die Waltour für Mittwoch.

Ein weisser Sandstrand bei Bleik mit trockenem Gras, dahinter ein gezackter dunkler Felsgrat unter grauen Wolken

Für heute ist ab dem Nachmittag Sturm gemeldet, mit gelber Gefahrenstufe. Das heisst, es könnten Bäume auf die Strasse kippen. Wir planen deshalb alles so ein, dass wir bis am Mittag alles unternommen haben. Trotzdem starten wir natürlich wieder gemütlich mit einem Frühstück in unserer neuen Unterkunft in Nøss.

Dann fahren wir in Richtung Andenes, dem grössten Ort auf Andøya. Wir müssen für die ganze Woche einkaufen. Auf der Fahrt dorthin legen wir ein paar Stopps ein, denn die Vesterålen sind wirklich auch sehr schön. Über dem Wasser reisst der Morgenhimmel auf, und die Berge auf der anderen Seite stehen als dunkle Silhouetten davor.

Dunkle Bergsilhouetten über dem Wasser im Morgenlicht, auf der Fahrt von Nøss nach Andenes

Raketen und Messstationen

Unterwegs entdecken wir bei Nordmela den Andøya Spaceport und viele Messstationen. Das finden wir echt spannend. Der Andøya Spaceport ist der erste Weltraumbahnhof auf dem europäischen Festland für Starts in eine Umlaufbahn. Das deutsche Unternehmen Isar Aerospace hat von dort im März 2025 seine erste Rakete Spectrum gestartet, die aber nach rund 30 Sekunden abgebrochen wurde. Am 5. September 2026, also erst vor gut drei Wochen, hat der zweite Flug die Umlaufbahn erreicht und Satelliten ausgesetzt. Raketen starten auf Andøya aber schon viel länger. Am 18. August 1962 hob hier mit der «Ferdinand 1» die erste norwegische Forschungsrakete ab, und seither schickt Andøya Space immer wieder solche Höhenforschungsraketen in die Atmosphäre.

Auf dem Berg Ramnan über Bleik steht ausserdem das ALOMAR-Observatorium, 379 Meter über Meer. Von dort untersuchen Forschende mit Lasern, sogenannten Lidar-Instrumenten, die Schichten der arktischen Atmosphäre.

Bei Bleik halten wir am Strand. Der Sand ist fast weiss, das Gras daneben schon trocken und gelb, und über dem Strand zieht sich ein gezackter Felsgrat, auf dem ein paar Antennenmasten stehen. Dort oben auf dem Ramnan teilen sich Militär, Telekommunikation und das ALOMAR-Observatorium den Gipfel. Durch den Strand zieht sich ein eisenhaltiger Bach. Das Eisen färbt sein Wasser, und so entstehen im flachen Wasser über dem Sand rostbraune und dunkle, geschwungene Muster.

Antennenmasten auf einem felsigen Grat über Bleik unter grauem Himmel Annina mit Mütze unscharf im Vordergrund am Strand von Bleik, dahinter der gezackte Felsgrat und der helle Sand Der helle Sandstrand von Bleik mit dunklem Tang und dem Bach, der sich durch den Sand zieht, dahinter der gezackte Grat Rostbraune und dunkle, geschwungene Muster im Wasser des eisenhaltigen Bachs am Strand von Bleik

Leuchtturm und Walmuseum

In Andenes fahren wir zuerst zum Leuchtturm. Der rote Turm aus Gusseisen ist 40 Meter hoch und steht seit 1859. Gleich daneben entdecken wir Whale2Sea, ein Unternehmen, das Walsafaris anbietet und die Wale auch erforscht. Wir sprechen mit der Frau, die dort arbeitet. Heute und morgen fahren keine Waltouren, weil Wellen bis zu fünf Meter Höhe gemeldet sind. Ab Mittwoch soll es wieder gehen. Wir überlegen es uns erst einmal und dürfen dafür gratis ins Museum.

Dort erfahren wir allerlei Spannendes über die verschiedenen Wale. Es gibt tolle Fotos und die Geschichten dazu, und sogar einige Walskelette. Besonders überrascht hat uns, dass die Vorfahren der Wale einst an Land lebten. Die frühen Formen sahen ein wenig aus wie Otter, bevor sie sich immer mehr ans Leben im Wasser anpassten. Die nächsten Verwandten der Wale, die heute noch leben, sind die Flusspferde. Spannend!

Danach kaufen wir Postkarten, schreiben sie gleich und werfen sie ein. Ausserdem schauen wir uns die Aussicht rund um den Leuchtturm an. Auf der einen Seite liegt das Meer, auf der anderen ziehen sich die gezackten Berge der Insel nach Süden.

Felsen und Wasser beim Leuchtturm von Andenes, dahinter die gezackten Berge von Andøya Der rote Leuchtturm von Andenes von unten gegen den grauen Himmel

Den Einkauf für die Woche erledigen wir in einem grossen Rema 1000. Das ist praktisch, denn unser Elektroauto kann gleich vor diesem Einkaufsladen aufgeladen werden, während wir einkaufen.

Einsame Weite und Sturm

Zurück fahren wir in einer Schlaufe auf einem anderen Weg, als wir gekommen sind. So entdecken wir die unglaublich weiten und einsamen Landschaften der Vesterålen. Wir finden es wahnsinnig faszinierend, dass hier auch abgelegene Häuschen stehen, scheinbar mitten im Nirgendwo. Wir fragen uns, was die Leute hier oben wohl den ganzen lieben langen Tag lang tun.

Ein Berg hinter einer flachen Bucht mit rotbraunem Gras auf dem Rückweg nach Nøss Eine Strasse durch eine weite, herbstlich braune Ebene zwischen zwei Bergen, aus der Luft auf dem Rückweg nach Nøss

Zurück im Airbnb kommen wir endlich dazu, Fotos zu bearbeiten, zu lesen und zu schreiben. Draussen beginnt es zu stürmen. Über dem Meer ziehen dunkle Wolken auf, und ab und zu brechen einzelne Sonnenstrahlen durch. Es sieht dramatisch aus, und natürlich fotografieren wir auch diese Stimmung.

Sonnenstrahlen brechen durch dunkle Sturmwolken über dem aufgewühlten Meer bei Nøss, vorne ein Haus mit Grasdach und trockenes Gras

Annina kocht zum Abendessen Kartoffelstock und vegetarische Köttbullar, dazu einen Gurkensalat. Es ist sehr lecker.

Danach buchen wir noch die Waltour für Mittwoch, denn dann soll das Wetter besser werden. Das wird ein voller Tag, denn auch die Wanderung auf den Matind haben wir für dann eingeplant, und dafür braucht es ebenfalls gutes Wetter.

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