Innerdalen ist ein Hochtal im Westen von Trollheimen, in der Gemeinde Sunndal in Møre og Romsdal. Laut Wikipedia wurde es 1967 als erstes Naturschutzgebiet Norwegens eingerichtet, es umfasst 73 km². Fjord Norway und trollheimen.info nennen es das schönste Tal Norwegens, in unserem Beitrag heisst es «das angeblich schönste Hochtal Norwegens». Wir sind am 25. August 2022 hineingewandert, an einem sonnigen und warmen Tag unserer Autoreise durch Norwegen.
Der Weg folgt vom Parkplatz in Nerdalen zuerst einer asphaltierten Strasse und dann einer Kiesstrasse über eine Kuppe ins Tal. Auf der anderen Seite geht es hinunter zum See Innerdalsvatnet und zur Alm Renndølsetra. Ein Bergweg ist es nicht: Laut ut.no geht man den ganzen Weg hinauf auf Kies oder Asphalt und kommt auf demselben Weg zurück.
Anfahrt und Parkplatz in Nerdalen
Wir verlassen Ålvund gegen 09:30 und erreichen den Parkplatz, den Ausgangspunkt der Wanderung, gegen 10 Uhr. Laut trollheimen.info fährt man auf der Rv70 bis zur Abzweigung bei Ålvundeid und dann auf dem Viromdalsvegen durch das Viromdalen bis Nerdalen.
Der Parkplatz «Parkering Innerdalen» liegt beim Hof Nerdal und hat laut OpenStreetMap 89 Plätze. Er ist gebührenpflichtig, bezahlt wird per App oder Karte. OpenStreetMap nennt heute 75 Kronen. Was es 2022 kostete, steht in unserem Beitrag nicht. Nebenan liegen laut OpenStreetMap ein zweiter Parkplatz, Toiletten, ein Kiosk des Hofs und die Bushaltestelle «Nerdal».
Die Kiesstrasse hinauf
Vom Parkplatz geht man zuerst ein kurzes Stück auf dem asphaltierten Viromdalsvegen, der laut OpenStreetMap ab hier für Motorfahrzeuge privat ist. Dann zweigt die Kiesstrasse Innerdalsvegen ab und steigt durch den Wald an. Neben der Strasse verläuft laut OpenStreetMap ein Pfad, der Kløvstien. Wir sind auf der Strasse geblieben, und ihr folgt auch unser Track.
Für uns war die Wanderung nach norwegischen Massstäben sehr einfach, die Kiesstrasse aber ziemlich steil. Ein Turvorschlag auf ut.no, den eine Privatperson veröffentlicht hat, nennt die Tour mittelschwer und erwähnt einige steile Abschnitte. Beides passt zusammen: Es ist eine breite Strasse, aber an einigen Stellen steil. Auf unserem Track liegt der Parkplatz auf rund 259 m, der höchste Punkt der Kiesstrasse auf rund 466 m.
Am höchsten Punkt steht laut OpenStreetMap eine Tafel zum Landschaftsschutzgebiet Innerdalen. Hier werden wir belohnt. Wir haben einen wunderschönen Blick über das Naturschutzgebiet mit seinen dichten Wäldern, Bergen und dem See.

Hinunter nach Renndølsetra und zurück
Von der Kuppe geht es wieder etwas hinunter zum Innerdalsvatnet. Das einzige Zeichen von Menschen ist ein kleiner Bauernhof unten im Tal, die Alm Renndølsetra. Hier laufen Schafe und Hühner frei herum. Wir fühlen uns wie im Auenland: Sattgrünes Gras bedeckt sanfte Hügel, Bäche und Wasserfälle bahnen sich ihren Weg ins Tal, und die Sonne glitzert auf dem See.

Laut innerdalen.com bringt die Familie Opdøl seit 1740 jeden Sommer ihre Tiere auf diese Alm. In der Saison, in der Regel von Juni bis August, gibt es dort ein Café mit Waffeln, Produkten der Alm und einfachem Essen. Laut Wikipedia sind Renndølsetra und die Innerdalshytta, ursprünglich 1889 gebaut, Hütten des DNT. Die Innerdalshytta liegt laut OpenStreetMap rund einen halben Kilometer weiter im Tal.
Wo genau wir umgekehrt sind, steht im Beitrag nicht. Das Foto des Hofs ist aber gleich bei den Gebäuden entstanden, und beim Picknick kommen die Hühner zu uns. Deshalb endet unser Track bei Renndølsetra. Wir picknicken in der warmen Sonne. Hühner und Schafe werden plötzlich sehr zutraulich und betteln um ein Stück von unseren Sandwiches. Nach ein paar Selfies mit einem besonders zutraulichen Schaf laufen wir durch den Wald zurück zum Auto. Danach fahren wir weiter nach Isfjorden, wo wir am Abend noch auf das Litlefjellet steigen.
Eine eigene Gehzeit haben wir nicht festgehalten. innerdalen.com und trollheimen.info rechnen ab Nerdalen mit rund einer Stunde bis Renndølsetra und nennen für die Strecke rund 3.5 km und 4 km. Unser Track kommt auf 3.5 km für einen Weg. ut.no gibt für die Strecke bis zur Innerdalshytta hin und zurück 8.3 km, 302 Höhenmeter und 2 Stunden 30 Minuten an. Laut ut.no ist der Weg von Mai bis November begehbar, im Sommer weiden Tiere und Ziegen im Tal.