Duncansby Head ist laut Wikipedia der nordöstlichste Punkt des britischen Festlands, etwas nordöstlich von John o’ Groats in Caithness. Auf der Landspitze steht ein Leuchtturm, und gleich südlich davon ragen die Stacks of Duncansby aus dem Meer, spitze Felsnadeln aus Sandstein. Vom Parkplatz beim Leuchtturm führt ein Pfad auf der Klippe zu ihnen.
Wir waren am 5. April 2023 dort, auf unserer Reise durch Schottland. Zuerst sehen wir uns Dunrobin Castle von aussen an, dann die Whaligoe Steps, danach geht es über Wick nach John o’ Groats. Von dort fahren wir nach Duncansby, wo es Papageitaucher zu sehen geben soll. Leider können wir keine entdecken. Normalerweise beginnt die «Puffin Season» Ende April, wir hatten gehofft, schon Anfang April welche zu sehen. Trotzdem ist es ein unglaublich schöner Ort mit atemberaubenden Felsen und Aussichten.
Dass wir den Klippenpfad gegangen sind, zeigen unsere Bilder. Im Beitrag steht dazu nichts. Wo wir geparkt haben, wie weit wir gegangen sind und wie lange wir unterwegs waren, haben wir nicht festgehalten. Karte, Zahlen und GPX zeigen den Pfad, den Walkhighlands beschreibt, vom Parkplatz beim Leuchtturm bis auf die Klippe gegenüber dem Great Stack. Zurück geht es auf demselben Weg.
Vom Leuchtturm zum Aussichtspunkt
Der Parkplatz liegt am Ende einer einspurigen Strasse, die laut LiveBreatheScotland gegenüber der Post in John o’ Groats von der A99 abzweigt und nach rund zwei Meilen beim Leuchtturm endet. Laut Wikipedia ist sie das ganze Jahr offen. Das Parken ist gratis, über Nacht zwischen 22 und 8 Uhr aber nicht erlaubt. Toiletten und ein Café gibt es erst in John o’ Groats. Walkhighlands beschreibt auch eine Runde ab John o’ Groats, 8.5 km lang, mit 2.5 bis 3 Stunden und 110 m Aufstieg. Bis John o’ Groats fahren Busse.
Kurz vor dem Leuchtturm zeigt laut Walkhighlands ein Wegweiser nach rechts auf den Pfad zu den Stacks. Laut LiveBreatheScotland führt er über Gras der Klippenkante entlang, an vielen Stellen hinter einem Drahtzaun, und wird nach Regen schlammig. Walkhighlands nennt ein paar sumpfige Stellen. Zuerst geht es über die Kuppe von Duncansby Head, laut OpenStreetMap 63 m hoch. Laut Walkhighlands sieht man bald die Stacks in der Ferne, und der Pfad führt hinten um die Geo of Sclaites herum, eine tiefe Kluft in der Klippe. Nach 630 m erreicht unser Track den Aussichtspunkt, der in OpenStreetMap «Stacks of Duncansby» heisst.

Auf der Kuppe kommt unser Track nur auf 56 m. Seine Höhen stammen aus dem Höhenmodell EU-DEM, das an diesen Klippen ungenau ist. Am Leuchtturm zeigt es rund 13 m, obwohl das Licht dort laut Wikipedia 67 m über dem Meer auf einem 11 m hohen Turm steht. Höhenprofil und Aufstieg sind deshalb nur Richtwerte.
Hinunter zum Bach und hinauf über die Stacks
Danach führt der Pfad laut Walkhighlands hinunter zum tiefsten Abschnitt der Küste, bevor er zu den Stacks ansteigt. Beim Abstieg sieht man die zwei grossen Stacks und das Felsentor Thirle Door. Laut LiveBreatheScotland steht es vor den Stacks, ein Bogen, der noch mit dem Festland verbunden ist und irgendwann zu einem weiteren Stack einstürzen wird. Unten quert der Pfad laut OpenStreetMap auf einer Brücke einen Bach, danach steigt er wieder an.
Laut Walkhighlands lohnt es sich, der Küste bergauf weiter zu folgen, an den Stacks vorbei und darüber hinaus, wo man die grossen Kolonien der Seevögel am besten sieht. Unser Track endet nach 1.9 km auf der Klippe gegenüber dem Great Stack, laut OpenStreetMap dem südlichen der beiden grossen Stacks. Hin und zurück sind es 3.9 km. LiveBreatheScotland rechnet bis zum wichtigsten Aussichtspunkt auf die Stacks mit gut einem Kilometer und 15 bis 20 Minuten pro Weg. Er liegt also ein Stück weiter als der Aussichtspunkt aus OpenStreetMap. Wer weiter der Küste entlang geht, soll laut LiveBreatheScotland für hin und zurück 60 bis 90 Minuten einplanen. Venture North nennt rund 20 Minuten pro Weg und einen meist ebenen Weg. Unsere Bilder zeigen auch eine Felsnadel in einer Bucht, mit türkisgrünem Wasser unter der Graskante.
Die Stacks und die Landspitze
Die Stacks bestehen laut LiveBreatheScotland aus Old Red Sandstone, einem Sandstein aus dem Devon, rund 400 Millionen Jahre alt. LiveBreatheScotland zählt vier Stacks. Der Great Stack ist mit über 60 m höher als die Klippen daneben, dazu kommen der Witch’s Hat, The Knee und The Little Knee. Die Küste von Duncansby Head bis zum Skirza Head, 6.5 km nach Süden, ist laut Wikipedia als Site of Special Scientific Interest ausgewiesen. Im Frühling und Sommer nisten dort laut Wikipedia Tausende Papageitaucher, Trottellummen, Tordalken und Dreizehenmöwen. Venture North und LiveBreatheScotland empfehlen für die Seevögel die Monate Mai bis Juli.
Den Leuchtturm hat laut Wikipedia David Alan Stevenson 1924 gebaut. Sein Licht blitzt alle 12 Sekunden, und laut LiveBreatheScotland läuft er seit 1997 automatisch.
Walkhighlands stuft die Runde ab John o’ Groats mit 2 von 5 ein, den Sumpffaktor mit 3 von 5. LiveBreatheScotland nennt den Weg recht sanft und ohne steile Anstiege. Für Rollstühle ist er nicht geeignet, und Kinder sollte man an der Kante gut beaufsichtigen. Der Pfad gehört zum John o’ Groats Trail, der von Inverness der Küste entlang bis John o’ Groats führt. Für die Etappe von Keiss nach John o’ Groats warnt der Trail vor Absturzgefahr an den Klippen und vor Zecken im hohen Gras.