Bei Brattfors in der Gemeinde Strömsund fliesst die Vängelälven durch einen abgelegenen Wald. An der steilen Felswand des Brattforsberget über dem Fluss ist eine alte Felsmalerei erhalten, zu der ein kurzer Pfad und ein Holzsteg führen. Laut Wikipedia ist die Vängelälven eine Bifurkation, die zweitgrösste Schwedens nach der Tärendöälven: Sie verbindet Faxälven und Fjällsjöälven und ist gut zwei Mil lang. Wir waren am 31. Mai 2021 dort, an einem freien Nachmittag während unserer Tage in Backe. Die Tour ist sehr kurz. Karte und Track zeigen den Weg vom Parkplatz an der Brücke bis zur Plattform vor der Malerei und zurück, laut Track rund 240 m pro Weg, hin und zurück knapp 500 m und fast eben.
Über den Holzsteg zur Felsmalerei
Von unserer Unterkunft bei Backe wurden die Strassen immer schmaler, bis nur noch ein Kiesweg übrig blieb. Laut Strömsunds kommun folgt man auf der Landstrasse 345 beim Dorf Täxan dem Schild «Brattforsen» und fährt danach etwa eine Mil, also rund 10 km, auf Kiesstrasse. Laut backe.nu liegt Täxan 25 km östlich von Strömsund an der 345 Richtung Ramsele. Laut Gemeinde und Länsstyrelsen Jämtland ist das Schild weiss mit einem Sankt-Hans-Kreuz.
Brattfors liegt in einem Wald im Nirgendwo, und doch fanden wir dort Wegweiser, Informationstafeln und mehrere angegebene Wanderwege. Wir entschieden uns für einen Weg und erkundeten die Gegend. Welchen genau, haben wir nicht festgehalten. In OpenStreetMap liegt ein Parkplatz am Westufer direkt an der Strassenbrücke über die Vängelälven, daneben ein Wetterschutz und am Ostufer ein Plumpsklo. Vom Ostende der Brücke führt laut OpenStreetMap ein Pfad nach Norden und dann ein Holzsteg zu einer Plattform vor der Felswand. So zeigen es Karte und Track.
Nach einem Holzsteg standen wir an der Felswand mit der Malerei. Unser Beitrag datiert sie auf etwa 6000 bis 2000 vor Christus und erzählt, dass Jäger nach ihrer Jagd aus einem Boot heraus mit eisenhaltiger Erde einen Elch an die Wand gemalt hätten. Der Elch ist noch heute zu sehen.
Die Quellen beschreiben die Malerei etwas anders. Laut Strömsunds kommun zeigt sie zwei Elche, laut backe.nu sind sie mit rotem Ocker an die steile Felswand gemalt. Seit auf Höhe der Figuren eine Plattform gebaut wurde, ist die Malerei laut der Gemeinde für alle Besucher leicht zugänglich. Laut backe.nu gibt es neben den beiden Elchen zwei weitere Figuren, die Menschen, Vögel oder Boote darstellen können, und einige rote Linien. Das Nämforsens Hällristningsmuseum führt die Stelle als Brattforsberget (Raä 191). In einem Artikel von Viklund in Rock Art Scandinavia heisst es, dass die Malerei von Brattforsen lange die einzige bekannte der Gegend war. Inzwischen zählt der Artikel dort 14 Felsmalereien.
An der Stromschnelle am Fluss entlang
Danach besuchten wir noch einige andere Aussichtspunkte und waren wieder einmal die einzigen weit und breit. Beim nächsten hatten wir Sicht auf einen schönen Wasserfall und einen Fluss. Wir fotografierten viel und wanderten etwas im Wald dem Fluss entlang. Wie weit und wie lange, haben wir nicht festgehalten, und auch nicht, ob wir zu diesem Aussichtspunkt gefahren oder gegangen sind. Dieser Teil fehlt deshalb auf Karte und Track.
Die alte graue Holzhütte an der Stromschnelle ist wahrscheinlich die Mühle Brattfors skvaltkvarn, die Strömsunds kommun zusammen mit einem kleineren Wasserfall nennt. Laut OpenStreetMap liegt rund 600 m südlich der Malerei an der Stromschnelle Brattforsen ein Aussichtspunkt, daneben eine Picknickhütte und eine Feuerstelle. Laut Länsstyrelsen Jämtland schäumt die Vängelälven dort dramatisch nahe an der Mühle vorbei. Die Mühle steht noch an ihrem ursprünglichen Platz, etwas abseits der Strömung, ein Teil des gezimmerten, mit Steinen gefüllten Damms ist erhalten. In einen Stamm sind ein pfeiferauchender Mann und die Jahreszahl 1877 geritzt. Die Einrichtung ist erhalten, aber restaurierungsbedürftig, zuletzt instand gesetzt wurde sie in den 1970er-Jahren. In der Nähe gibt es Gletschertöpfe.
Die Länsstyrelsen rät, die morsche Holztreppe hinunter zur Mühle zu meiden, die vorhandenen Pfade zu nehmen und bei der Mühle sehr vorsichtig zu sein. Mit dem Auto folgt man laut Länsstyrelsen nach der Kiesstrasse einem zweiten Schild, überquert die Vängelälven und fährt an einigen Häusern vorbei, dann liegt die Mühle rechts der Strasse. Am Strassenrand ist Platz für einige Autos, nahe der Strasse gibt es einen überdachten Picknicktisch und eine Grillstelle.
Den letzten Aussichtspunkt des Tages, bei dem der Pfad mitten im Wald abbrach, haben wir erst später gesucht, nach einer Lesepause an einem See. Er gehört nicht zu dieser Wanderung.