Im Tiveden Nationalpark bei Tived entwickelt sich der Wald ganz natürlich, ohne die grossflächige Forstwirtschaft der letzten Jahrzehnte. Ein so grosses, zusammenhängendes Gebiet mit altem Wald ist in Südschweden sehr ungewöhnlich. Der Park hat eine Fläche von 2030 Hektar. Gegründet wurde er laut Wikipedia 1983, 2017 kam ein weiteres Stück dazu. Im Mittelalter versteckten sich laut Wikipedia Geächtete in diesen Wäldern. Das Gelände ist sehr hügelig und voller Felsblöcke, die Wanderungen sind deshalb spannend, teilweise aber auch anspruchsvoll.
Wir waren am 16. Juni 2021 dort, als ersten Halt auf dem Weg von Götene nach Norrköping. Vor uns lagen an diesem Tag 3.5 Stunden reine Fahrzeit. Wir wählen eine Route, die direkt an mehreren Seen vorbeiführt und eigentlich als Rundwanderung gedacht ist, die über 6 Stunden dauern würde. So viel Zeit haben wir nicht. Wir gehen den Anfang der Runde und nach einem Stückchen auf demselben Weg zurück. Wie weit wir gekommen sind und wie lange wir unterwegs waren, haben wir nicht festgehalten.
Der Wald ist dicht und bis zum Boden komplett bewachsen. Unterwegs gibt es immer wieder Aussichtspunkte auf den See, dessen Wasser vom Humus rötlich und gelblich gefärbt ist. Die Sonnenstrahlen fallen durch das dichte Blätterdach auf den weichen, von Moos bedeckten Boden. Am Hang liegen Felsblöcke und umgefallene Stämme, an einem toten Baum wächst ein Baumpilz, und eine kleine Bucht hat ein sandiges Ufer. Von den Nationalparks, die wir bis dahin besucht hatten, ist Tiveden unser liebster zum Wandern.
Den Namen der Runde nennt unser Beitrag nicht. Nach der Beschreibung ist es der Trehörningsrundan, der längste Weg des Parks. Er führt laut der schwedischen Nationalparkverwaltung rund um den See Stora Trehörningen, ist 9.5 km lang, lila markiert und kommt an allen Eingängen des Parks vorbei. Die Verwaltung rechnet mit vier bis fünf Stunden, Västsverige mit etwa sechs Stunden samt Pausen und stuft den Weg als mittel bis schwer ein. Karte, Zahlen und GPX auf dieser Seite zeigen die ganze Runde ab dem Haupteingang gegen den Uhrzeigersinn, wie sie in OpenStreetMap eingetragen ist, nicht unser kurzes Stück.
Der Haupteingang liegt in der Mitte des Parks und ist laut Nationalparkverwaltung über die Strasse 49 zwischen Karlsborg und Askersund zu erreichen. Einen Bus gibt es nur auf Bestellung über Närtrafik. Dort gibt es einen Parkplatz, Toiletten, Informationen und eine Ausstellung. Ein weiterer Parkplatz liegt am Eingang Vitsand im Nordwesten. Parken ist laut Västsverige nur auf den angewiesenen Plätzen erlaubt, mit Wohnmobil oder Wohnwagen nicht zwischen 0 und 6 Uhr.
Vom Haupteingang nach Vitsand
Vom Parkplatz geht es nach Nordwesten, an einem Wegweiser vorbei bis zum Eingang Vitsand. Auf unserem Track sind das etwa 2.6 km. Laut Västsverige führt die Runde durch alten Wald, über karge Felsflächen, an Stränden vorbei und durch Feuchtgebiete, in denen der Sumpfporst duftet. Lange Abschnitte liegen direkt am Ufer des Stora Trehörningen. Ist der Parkplatz am Haupteingang voll, was laut Nationalparkverwaltung von Juni bis September zwischen 11 und 14 Uhr oft vorkommt, lässt sich die Runde auch in Vitsand beginnen.
Von Vitsand nach Ösjönäs
Das Stück zwischen Vitsand und Ösjönäs ist laut Västsverige der am wenigsten hügelige Teil der Runde und relativ leicht zu gehen. Auf unserem Track liegt der Eingang Ösjönäs bei etwa km 6.1.
Über die Anhöhe zurück zum Haupteingang
Nach Ösjönäs steigt der Weg an. Der höchste Punkt der Runde liegt auf unserem Track bei etwa km 7, östlich von Ösjönäs. Laut Västsverige kommt man unterwegs an Kohlenmeilerplätzen vorbei, die 100 bis 200 Jahre alt sind, und an Gletscherschliff und Gletschertöpfen. In OpenStreetMap ist ein Gletschertopf etwa 150 m neben dem Weg oberhalb von Ösjönäs eingetragen. Danach führt die Runde zurück zum Haupteingang.
Die Nationalparkverwaltung plant für 2026 kontrollierte Brände, um die Kiefer zu fördern. In OpenStreetMap ist am Weg kurz vor dem Haupteingang ein Wegweiser zu einem Brandgebiet eingetragen.