Sätragruvan ist eine stillgelegte Grube im Wald zwischen Skärblacka und Finspång in Östergötland, an der Strasse 215. Wir waren am 17. Juni 2021 dort. Nach dem Frühstück auf der Sonnenterrasse unserer Unterkunft bei Norrköping fahren wir zu den verlassenen Minen. Der Weg bis zum Eingang der Mine ist kurz, aber bei uns lagen grosse umgefallene Bäume quer darüber. Laut Udda Utflykter stand Sätragruvan früher auf den Touristenkarten der Gemeinde Finspång und war ausgeschildert, nach Einstürzen in den Stollen wurden die Schilder entfernt.
Laut naturinfo.nu begann die Firma AB Kis 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, hier Schwefelkies abzubauen. Weil sich im Krieg kein Sulfit mehr importieren liess, brauchte die Zellstoff- und Papierindustrie eigenes, und das liess sich aus dem Schwefelerz gewinnen. Rund 80 Menschen arbeiteten beim Abbau, das schreiben naturinfo.nu, Folkbladet und tadigut.nu übereinstimmend. Laut vonklopp.se waren es mit dem Aufbereitungswerk rund hundert Beschäftigte, und insgesamt wurden etwa 80 000 t Erz gebrochen. Udda Utflykter nennt als Betriebszeit 1917 bis 1919. Nach dem Ende des Krieges gab es laut naturinfo.nu keinen Markt mehr für den Schwefelkies. AB Kis ging laut tadigut.nu in Konkurs, und 1922 wurde die Liegenschaft verkauft. Vom Aufbereitungswerk sind laut vonklopp.se die Grundmauern geblieben, laut tadigut.nu ragen dort Betonfundamente aus dem Bewuchs. Die Wohnhäuser der Angestellten sind laut vonklopp.se renoviert und bewohnt.
Wo wir geparkt haben, halten unsere Beiträge nicht fest. Laut tadigut.nu parkt man an der Schranke einer der Kiesstrassen, die von der Strasse 215 zur Grube führen. Ein offizieller Parkplatz ist das nicht, es hat aber viel Platz. Von der Schranke führt ein Waldweg aus Erde nach Osten und dann nach Norden. Laut tadigut.nu kommt man auf einen Kahlschlag und sieht die Gruben rechts, durch den Kahlschlag führen Pfade. In OpenStreetMap endet der Fahrweg dort, und ein Pfad führt nach Süden zur Grube. Laut tadigut.nu sind diese Pfade von Weitem schwer zu erkennen. Auf unserem Track sind es 0.54 km pro Weg, hin und zurück auf demselben Weg also rund 1.1 km mit nur wenigen Höhenmetern. Eine Gehzeit haben wir nicht festgehalten, und auch keine der Quellen nennt eine.
Wir laufen durch den sehr dichten Wald, der von alten Fichten, Moos und hängenden Flechten geprägt ist. Der Weg ist teilweise durch grosse umgefallene Bäume blockiert, und wir müssen uns selbst einen passierbaren Pfad suchen. Auch tadigut.nu erwähnt umgestürzte Bäume. Es ist ein sehr heisser Tag, am Nachmittag steigen die Temperaturen weit über 30 Grad.

Irgendwann entdecken wir vor uns ein eingezäuntes Gelände, in dem wir bis zum Eingang der damaligen Mine laufen können. Weiter geht es ohne Gummistiefel nicht, weil dort eine tiefe Schwefelpfütze liegt. Laut tadigut.nu sickert aus den zwei grossen Stollen schwefelgelbes Wasser. Bei dessi.se stand es in beiden Öffnungen etwa einen Dezimeter hoch, ohne Gummistiefel gingen sie nicht hindurch. Udda Utflykter rät, Helm und Gummistiefel mitzunehmen.
Der Zaun steht nicht umsonst. Laut Udda Utflykter zählt Sätragruvan wegen der Einsturzgefahr heute zu den gefährlichsten Gruben der Provinz, und wer in den Tagbau geht, begibt sich in Lebensgefahr. Laut naturinfo.nu können bei den Eingängen und im Tagbau Steine herunterfallen, am sichersten schaut man die Grube von oben hinter dem Zaun an. Wegen der Steinschlaggefahr und der sehr vielen Mücken fotografieren wir nur kurz einen Teil der alten Mine und gehen nicht tiefer in die Stollen. Wie wir zurückgegangen sind, hält unser Beitrag nicht fest. Die Karte zeigt den Rückweg auf demselben Weg zur Schranke.
Gleich nordwestlich der Grube liegt laut OpenStreetMap das Naturreservat Sätra. Laut tadigut.nu hat es einen eigenen Rundweg von etwa 2 km über die Vånga-Verwerfung. Den sind wir nicht gegangen.