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PIXELS & TRAVELS

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Das Glas-Iglu im nächtlichen Wald, darüber schwache Nordlichter

Von Magical Ponds und der Stativjagd

Schneeschuhe, eine Rentier- und Huskyfarm und danach die Stativjagd durch Ruka und Kuusamo. Im letzten Laden wartet tatsächlich genau eines.

Kurz & knapp

Mit Schneeschuhen stapfen wir durch dick verschneite Wälder und vorbei an einer Rentier- und Huskyfarm. Weil Anninas Stativ zu Hause geblieben ist, wird der Abend zur Stativjagd durch Ruka und Kuusamo. Im letzten Laden wartet tatsächlich genau eines. Die Nordlichter bleiben trotzdem zu schwach für unsere Kameras.

In diesem Magical-Pond-Hüttchen lässt es sich wunderbar schlafen. Aufwachen mit solch einer Aussicht auf verschneite Bäume ist einfach genial. Heute ist es ziemlich bedeckt und hat sicher -10 °C, aber in der Unterkunft ist es umso kuscheliger.

Das Frühstück gibt es im Haupthaus. Es ist ein sehr leckeres Buffet mit allem, was man sich wünscht. Danach nutzen wir die wenigen Stunden Tageslicht und leihen uns Schneeschuhe aus. Am 3. Februar steht die Sonne in Ruka knapp sieben Stunden über dem Horizont. Sie geht kurz vor 9 Uhr auf und gegen 15:40 Uhr wieder unter.

Direkt bei der Hütte starten ein paar Schneeschuhtrails und, wie wir später herausfinden, auch eine Loipe und Schneemobil-Trails. Laut Ruka-Kuusamo (Stand Oktober 2026) gibt es rund um Ruka und Kuusamo 500 Kilometer gespurte Loipen und 400 Kilometer gepflegte Schneemobilrouten, und auf den Loipen darf man bis auf wenige Ausnahmen nicht zu Fuss gehen. Für Schneeschuhe gibt es eigene Trails. Mit dem Schneemobil sind wir fünf Tage später auf einer geführten Tour ganz in der Nähe unterwegs.

Wir stapfen durch dicht verschneite Wälder, der Trail führt zwischen Fichten hindurch, und wir kommen an einer Rentier- und Huskyfarm vorbei. Die Hunde sind alle ganz aufgeregt, wenn sie einen Schlitten ziehen dürfen, und die Rentiere liegen gemütlich in ihren Ställen. Vor der Blockhütte der Farm steht ein Rentierschlitten, daneben wartet ein Rentier im Geschirr. Eine Hundeschlittentour machen wir aber noch nicht. Die kommt hoffentlich an einem anderen Tag. Hundeschlittenfahrten bieten die Huskyfarmen um Ruka laut Ruka-Kuusamo von November bis April an, je nach Schnee, und man bucht sie besser früh.

Auf dem Schneeschuhtrail durch den dichten Wald bis zur Rentier- und Huskyfarm · 3 Bilder

Rentiere sind in Finnland halb domestiziert. Jedes gehört jemandem und trägt das Zeichen seines Besitzers im Ohr. Sie dienten auch als Transportmittel in der weglosen Wildnis. Das Rentierhaltungsgebiet umfasst laut dem Rentierzüchterverband Paliskuntain yhdistys 122’936 Quadratkilometer, 36 Prozent der Fläche Finnlands, von Lappland bis in den Norden von Nordösterbotten und Kainuu. Auch Kuusamo gehört dazu.

Am Nachmittag sind wir wieder in unserem Hüttchen und machen noch einige Fotos von der Unterkunft. Von der verglasten Front des Iglus hängen Eiszapfen.

Zurück beim Hüttchen mit seiner verglasten Front, dick eingeschneit · 3 Bilder

Gegen Abend fahren wir ins Nachbarörtchen Ruka und suchen nach einem Stativ für Annina, da ihres leider zu Hause geblieben ist. Für Nordlichter braucht die Kamera ein Stativ, denn sie belichtet mehrere Sekunden lang und darf dabei nicht wackeln. Die kanadische Raumfahrtagentur empfiehlt 10 bis 25 Sekunden, bei schwachen Nordlichtern nennt Visit Lofoten 10 Sekunden und mehr. Als wir in Ruka nicht fündig werden, fahren wir weiter nach Kuusamo, und tatsächlich gibt es im letzten Laden, den wir abklappern, noch genau ein Stativ!

Glücklich, dass wir die Nordlichter nun auch fotografieren können, falls sie sich denn zeigen, fahren wir zurück in die warme Unterkunft. Natürlich ist es inzwischen längst dunkel geworden. Ruka und Kuusamo verbindet die Strasse 5. Der Rentierzüchterverband zählt diesen Abschnitt zu den Strecken in Finnland, auf denen man wegen der Rentiere besonders vorsichtig fahren soll.

Am Abend machen wir es uns wieder so richtig gemütlich und essen im Dunkeln, damit wir sicher keine Nordlichter verpassen. Obwohl es nicht bewölkt ist, sind die Nordlichter leider so schwach, dass sogar die Kamera sie kaum festhalten kann. Das Erdmagnetfeld ist an diesem Abend sehr ruhig. Der dreistündliche Kp-Index, den das GFZ Potsdam aus den Messungen von 13 Observatorien weltweit bestimmt, bleibt bis 5 Uhr früh unter 1. Auf seiner Skala von 0 bis 9 steht 1 für ruhig, ab 5 spricht man von einem geomagnetischen Sturm. Es ist unsere zweite und letzte Nacht im Glas-Iglu. Morgen ziehen wir in eine Hütte weiter. Hoffentlich haben wir die nächsten Tage mehr Glück.

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