Als wir heute aufwachen, scheint die Sonne schon schön. Wir haben etwas Besonderes vor. Wir wollen Schneemobil fahren und haben uns für eine geführte Tour angemeldet. Diese findet ganz in der Nähe von unserer vorherigen Unterkunft, den Magical Ponds, statt. Als wir dort ankommen, werden wir erstmal mit passender Kleidung versorgt. Wir steigen in dicke Ganzkörper-Winter-Overalls, Balaclavas und Helme. Dann bekommen wir kurz eine Instruktion, wie man Schneemobil fährt. Wichtig sei, dass man beim Lenken nicht den Lenker von sich wegstösst, sondern zu sich zieht. Denn es gibt einen Gashebel am rechten Lenker, und wenn man den Lenker wegstossen würde, statt ihn zu ziehen, könnte es mit den dicken Handschuhen sehr gut passieren, dass man aus Versehen den Gashebel drückt und das Schneemobil dann unkontrolliert wegdüst. Wir dürfen uns danach ein Schneemobil aussuchen. Wir entscheiden uns für einen Lynx Adventure LX mit 600 ccm Hubraum. Von aussen sieht es aus wie ein überdimensioniertes Motorrad mit zwei Kufen statt eines Vorderrads. Nicolas fährt, und Annina sitzt hinten. Es ist ein ganz spezielles Gefühl, damit zu fahren, komplett anders als mit dem Auto auf verschneiten Strassen und auch komplett anders als mit dem Motorrad. Es braucht deutlich mehr Kraft, das Ding durch den Schnee zu lenken. Es fährt sich sehr schwammig und reagiert nur träge auf Lenkbewegungen, dafür umso schneller auf den Gashebel. Wir fahren in einer Kolonne, zusammen mit den anderen Tourteilnehmern und den zwei Guides. Die nächsten 1.5 Stunden fahren wir insgesamt 30 Kilometer durch wunderschön verschneite Wälder und über zugefrorene Seen. Die Sonne strahlt und lässt den Schnee wie Diamanten glitzern. Meist fahren wir auf markierten Schneemobilpfaden, teils aber auch etwas abseits. Heute haben wir zwischen -25 und -30 Grad. Gegen Ende der Fahrt ist das Visier des Helms komplett vereist, und um noch etwas zu sehen, müssen wir es hochklappen. Das Ergebnis sind gefrorene Wimpern und Gesichter. Es ist ein richtiges Abenteuer, das wir danach mit den restlichen Tourteilnehmern und den Guides in einem Schnee-Tipi-Iglu an einem Feuer mit warmem Essen und Getränken abschliessen.
Nach diesem Ausflug in die arktische Kälte fahren wir wieder zu unserem Airbnb, um uns in der Sauna aufzuwärmen und zu packen, denn morgen ist bereits unser Abreisetag.
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