Nach der langen Nordlichtnacht schlafen wir heute aus. Ganz verschlafen haben wir den Morgen trotzdem nicht, denn kurz nach Sonnenaufgang sind wir schon einmal wach und holen die Kamera. Der Himmel über der Bucht von Straumsjøen färbt sich rosa, das Wasser ist spiegelglatt, und die Fischerboote am Kai liegen doppelt da, einmal im Hafen und einmal im Wasser. Ein paar Fotos später legen wir uns nochmals hin.
Als wir richtig aufstehen, frühstücken wir gemütlich. Vor unserer Unterkunft liegt ein grünes Kajak auf dem Holzsteg, daneben warten die Fischerboote im kleinen Hafen.
Danach regnet es fast den ganzen Tag, und wir haben es nicht eilig. Nicolas sitzt am Laptop und arbeitet an diesem Blog, Annina liest auf ihrem E-Book. Nach zwei Wochen unterwegs tut so ein langsamer Tag auch einmal gut.
Irgendwann hört der Regen für eine Weile auf, und wir nutzen die Pause für den Coastal Trail. Er beginnt gleich bei uns, am Ende der Strasse in Straumsjøen, wo es einen kleinen Parkplatz für Wanderer gibt. Der Küstenweg, auf Norwegisch Kyststien, führt laut den Wandertipps aus Bø von Straumsjøen der Küste entlang bis nach Spjelkvågen. Wer die ganze Strecke gehen will, stellt vorher ein zweites Auto in Spjelkvågen ab, denn der Weg endet nicht dort, wo er beginnt. Unterwegs stehen zwei kleine Leuchttürme, der erste bei Vikan.
Das erste Stück ist ein breiter Kiesweg direkt am Wasser, unter steilen Felswänden. Danach wird daraus ein Pfad durch Gras und über Felsen. Wegen des vielen Regens ist es recht schlammig. Trotzdem können wir erahnen, wie schön die Sicht hier bei Sonne sein muss.
Unterwegs sehen wir auch die kleine herzförmige Insel wieder, die wir gestern vom Skårvågsfjellet aus entdeckt haben. Von hier unten sehen wir sie aus einer ganz anderen Perspektive.
Dann sehen wir den ersten Leuchtturm, einen kleinen weissen Turm mit schwarzen Bändern und rotem Dach auf den Felsen am Meer bei Vikan. Weit dahinter liegt nur noch das offene Meer. Genau hier beginnt es kräftig zu winden, und es nieselt wieder. Der zweite Leuchtturm und der Rest des Weges müssen also warten, und wir kehren um.
Am Abend kochen wir indisch. Dazu gibt es Reis und die Kartoffeln, die wir noch übrig hatten. Wir sind froh, dass wir die trockene Pause genutzt haben.
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