Reisen · 4. September 2022 · 3 Min. Lesezeit
Svolvær - Senja
Anninas Geburtstagsgeschenk wird eingelöst: die lautlose, vollelektrische Bootstour in den engen Trollfjord, mit kreisenden Seeadlern und einer Unterwasserdrohne, die den Meeresgrund live überträgt. Danach fahren wir 5.5 Stunden weiter nach Senja, wo uns am Tiny House direkt am Fjord schon die nächsten Nordlichter erwarten, an unserem Privatstrand.
Heute müssen wir wieder früh aufstehen, was nach der gestrigen Nordlichtjagd sehr schwerfällt. Wir frühstücken in unserem Airbnb und packen alles fürs Weiterreisen zusammen.
Wir fahren nach Svolvær, wo wir an der Silent Trollfjord Boat Cruise teilnehmen, die Annina Nicolas zum Geburtstag geschenkt hat. Es ist ein relativ grosses, vollelektrisches Boot, das entsprechend leise durchs Wasser gleitet. Das einzige Geräusch kommt vom Wasser, das vom Antrieb aufgewirbelt wird.
Wir fahren mit ordentlich Tempo übers Meer, was für kräftigen Fahrtwind sorgt, während der Tourguide laufend interessante Orte kommentiert und uns hilft, Wildtiere zu entdecken. Schon nach den ersten Minuten sehen wir die ersten Seeadler über dem Meer kreisen. Die Einfahrt in den Trollfjord ist besonders eng, kaum 100 Meter breit. Der Fjord ist zwei Kilometer lang und nur per Boot erreichbar, umgeben von sehr hohen Bergen zwischen 600 und 1000 Metern.
An der Einfahrt zum Trollfjord lässt die Crew eine kleine ferngesteuerte Unterwasserdrohne zu Wasser und überträgt die Unterwasserwelt live auf Bildschirme, sodass wir beobachten können, wie es am Meeresgrund aussieht. Wir sehen viele Fische, darunter einige grössere, und Seeigel, die dort ihren Lebensraum haben.
Die Fahrt durch den Trollfjord ist spektakulär, und auf dem Rückweg sehen wir noch ein paar weitere Seeadler. Wir haben zudem extrem schönes Wetter: keine Wolken, nur Sonne am Himmel. Die Bootstour bei diesem Wetter ist ein wunderbarer Abschluss unserer Zeit auf den Lofoten.
Nach der Bootstour besuchen wir noch ein paar Läden in Svolvær, bevor wir das Auto auftanken und unsere lange Fahrt beginnen. Heute fahren wir 5.5 Stunden hinauf nach Senja. Es geht also weiter Richtung Norden, verrückt, denn dort sollen die Temperaturen teils unter null liegen… Die Fahrt ist ziemlich anstrengend, da wir beide wegen des Schlafmangels der letzten Aurora-Nächte recht müde sind. Aber wir wechseln uns beim Fahren ab und erreichen Senja sicher um 21 Uhr. Die Landschaften unterwegs waren fantastisch, fast immer mit Panoramablick auf Berge und Meer.
Unser Airbnb ist ein Tiny House an einer Strasse, die nicht einmal Google Maps kennt, wir müssen zu den genauen Koordinaten fahren, die uns unser Gastgeber genannt hat. Jetzt sind wir am weitesten von unserem Zuhause in der Schweiz entfernt: über 3400 Kilometer oder fast 40 Stunden Autofahrt. Das Tiny House ist aber sehr schön und liegt direkt am Fjord. Wir sind schon ziemlich müde und bereiten uns deshalb einfache Fertiggerichte zu, die nur heisses Wasser brauchen. Pasta mit Tomatensauce. Danach beginnen wir, unsere Nordlichtbilder von letzter Nacht zu bearbeiten. Inzwischen ist es dunkel geworden und der KP-Index ist hoch, was uns gute Chancen auf weitere Nordlichter verspricht. Nicolas geht mit der Kamera raus und sieht tatsächlich die ersten schwachen Polarlichter, also nichts wie los mit Kamera, Stativ und lichtstarken Objektiven: Die heutige Nordlichtjagd ist eröffnet, und wir sind schlagartig hellwach! Wir haben unseren privaten Strand am Fjord ganz für uns, wo wir die Nordlichter fotografieren und geniessen. Da unsere Strasse keine Strassenlaternen hat, gibt es auch fast keine Lichtverschmutzung.
Erst gegen 2 Uhr gehen wir schlafen, die Nordlichter halten uns wach, bis sie hinter der zunehmenden Bewölkung verschwinden.





































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