Der heutige Tag beginnt leider mit bedecktem Himmel und Nieselregen. Wir frühstücken in unserem Bungalow, packen unsere Sachen und fahren westwärts an die Küste. Wir haben eine Route ohne Fähre gewählt, die etwas länger dauert, weil wir einmal ganz um einen Fjord herumfahren müssen. Doch als wir an der Fähre vorbeikommen, liegt sie gerade am Anleger und wartet auf die Beladung. Spontan entscheiden wir uns, doch mit der Fähre über den Langfjord zu setzen. Die Überfahrt dauert nicht lange, nach 20 Minuten fahren wir schon wieder auf normaler Strasse. An der Westküste in Bud gibt es einen Coastal Trail, den wir entlanglaufen möchten. Typische rote norwegische Häuschen säumen die Küste.
Leider spielt das Wetter heute nicht mit, also kürzen wir den Trail ab und essen unser Mittagessen im Auto. Weiter geht es zum nächsten Coastal Trail in Farstad. Das Wetter sieht etwas besser aus. Trotzdem ziehen wir die Regenjacken an und laufen zum Farstadsanden, dem Strand von Farstad. Wir gehen der Küste entlang und geniessen den Blick aufs offene Meer. Etwas durchgefroren kehren wir zum Auto zurück und fahren die letzten Minuten zu unserer nächsten Unterkunft in Vevang. Das Airbnb ist gut ausgestattet und sehr geräumig. Wir laden das Gepäck aus und fahren zur nahegelegenen Atlantikstrasse. Dieser Küstenabschnitt ist bekannt als Drehort des neuesten James-Bond-Films «No Time to Die». Die kleinen Inseln sind mit Brücken verbunden, die eine spektakuläre Aussicht bieten. Wir halten an mehreren Aussichtspunkten und bestaunen die Storseisundbrua von allen Seiten. Das markante Bauwerk ist Teil der aus acht Brücken bestehenden Atlantikstrasse im Lauvøyfjord, die zu den norwegischen Landschaftsrouten gehört. Die Brücke überspannt den Storseisund und ist die grösste der acht.
Der Himmel ist bedeckt, aber wenigstens regnet es nicht. Nach einer ausgiebigen Foto- und Drohnensession fahren wir zur Unterkunft und essen zu Abend. Nach dem Essen sitzen wir gemütlich am Küchentisch und schauen unsere Fotos durch, als wir sehen, wie die Wolkendecke aufreisst und die Landschaft in rötliches Sonnenlicht getaucht wird. Wir zögern keine zwei Sekunden, schnappen uns hektisch die Kameras, rennen zum Auto und fahren so schnell wie möglich wieder zur Storseisundbrua, um die Atlantikstrasse im Sonnenuntergang zu sehen. Und wir kommen keine Sekunde zu früh: Die letzten Sonnenstrahlen beleuchten die Storseisundbrua und färben den ganzen Himmel rot. Das Meer glitzert in der untergehenden Sonne, gleissendes Licht flutet die Atlantikstrasse. Dieser Sonnenuntergang gehört definitiv zu den schönsten, die wir je gesehen haben. Beseelt fahren wir zurück zu unserer Unterkunft.
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