Heute ist wieder ein sehr langer und intensiver Tag. Es ist unser letzter Tag auf Senja und das Wetter ist wunderschön. Wir stehen früh auf, putzen das Airbnb und machen uns auf die zweistündige Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung auf den Berg Hesten. Eigentlich liegen die beiden Orte nahe beieinander, aber die direkte Strasse ist wegen der Lawinenverbauungen gesperrt, sodass wir einen grossen Umweg fahren müssen. Wir halten noch einmal am Aussichtspunkt Tungeneset, denn die Spiegelung der sonnenbeschienenen Berge im Wasser ist perfekt und sieht wunderschön aus.
Bald fahren wir weiter nach Fjordgård. In diesem kleinen, abgelegenen Ort startet die Wanderung auf den Hesten («das Pferd» auf Norwegisch). Der Aufstieg beginnt harmlos, mit immer schöneren Ausblicken auf Fjord und Berge. Wir haben diese Wanderung wegen der eindrücklichen Sicht auf den Berg Segla gewählt.
Die Wanderung wird immer anspruchsvoller, und auf den letzten 50 Metern vor dem Gipfel müssen wir eine ziemlich steile Felswand hochklettern. Wir sind kurz davor abzubrechen, als wir andere Wanderer treffen, die uns sagen, dass es nicht mehr weit sei und sich die Aussicht oben wirklich lohne. Also fassen wir Mut, klettern weiter und schieben uns an der steilen Felswand vorbei bis nach oben. Wir stehen 556 Meter über dem Meer und haben wieder eine atemberaubende Aussicht, egal wohin wir blicken. Besonders der Blick auf den Segla, der steil zum Meer abfällt, ist sehr eindrücklich. Dieses Motiv gehört zu den bekanntesten auf Senja.
Wir tragen uns ins Gipfelbuch ein und fotografieren die Landschaft. Allzu lange bleiben wir nicht oben, denn wir haben noch eine lange Fahrt vor uns und sind etwas besorgt, wie wir heil wieder hinunterklettern. Aber alles geht gut, auch wenn einige Passagen etwas Überwindung kosten, da ein paar Steine locker sind und das Gelände stark abfällt. Ein Stück weiter unten, auf sichererem Terrain, picknicken wir. Nach gut vier Stunden sind wir zurück am Parkplatz. Was für eine spektakuläre, wunderschöne Wanderung an unserem letzten Tag hier auf Senja! Jetzt liegt noch eine dreieinhalbstündige Fahrt nach Narvik vor uns. Die Fahrt zieht sich allerdings, denn die Landschaft mit der untergehenden Sonne und den spiegelglatten, nebelverhangenen Seen lässt uns immer wieder für Fotos und Drohnenvideos anhalten.
Wir wechseln uns brav beim Fahren ab und geniessen die Panoramafahrt. Am Abend kommen wir in Narvik an, kurz bevor die Hotelrezeption schliesst. Wir essen ein Fertiggericht und schauen noch etwas fern, bevor wir ins Bett gehen.
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